Erfolge für die interne Kommunikation nutzen:

Wann ist ein Erfolg ein Erfolg?

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IK-Blog Erfolge nutzen

„Wir vermeiden, Erfolge zu kommunizieren“, hörte ich neulich in einem Workshop. Wie bedauerlich! Denn Erfolge zu erwähnen, aber auch zu würdigen und zu feiern, ist wichtig. Erfolge sind Motivationsspritzen – gerade bei längeren Veränderungsvorhaben oder in der agilen Transformation. Sie zeigen allen Beteiligten auf, dass der eingeschlagene Weg zu bewältigen ist. Sie liefern „Beweise“ für die Gangbarkeit und können so den Skeptikern den Wind aus den Segeln nehmen. Und durch die Würdigung von Erfolgen wird die Leistung der Mitarbeitenden wertgeschätzt. Um Erfolge nutzen zu können, sollten Sie sich jedoch Gedanken machen, ob ein Erfolg überhaupt als Erfolgsmeldung taugt.

Erfolge auf Tauglichkeit prüfen

Der Vertrieb lässt die Korken knallen, und der Geschäftsführer hält eine Rede, in der er mit Superlativen nicht geizt. Und Sie formulieren schon in Gedanken die Erfolgsstory für den internen Unternehmens-Blog? Die Akquisition eines Großauftrages ist sicherlich ein Erfolg. Was sagen aber die Produktionsmitarbeitenden dazu, die jetzt Überstunden fahren müssen? Taugt der Erfolg für alle als Motivationsspritze und als Würdigung? Meine Empfehlung: Prüfen Sie, ob der Erfolg tatsächlich als Erfolg zu nutzen ist. Mir helfen drei Kriterien bei der Bewertung, die vielleicht auch für Sie nützlich sein können:

1  Erfolge überzeugen die Bezugsgruppe.

Ihre Chefin redet die Fusion schön, obwohl der Aktienkurs sinkt? Vielleicht will sie den Finanzmarkt beruhigen, die Mitarbeitenden überzeugt sie so wahrscheinlich nicht. Überprüfen Sie, ob der Erfolg die betreffende(n) Bezugsgruppe(n) anspricht. Welche Wirkung ist bei wem mit der Erfolgsmeldung tatsächlich beabsichtigt und wird sie so auch ankommen? Falls sich diese Frage nicht eindeutig beantworten lässt, sollten Sie den vermeintlichen Erfolg nicht als „Breaking News“ nutzen.

2   Erfolge sind belegbar.

Sonntagsreden des Chefs helfen nicht. Erfolge sind nur dann Erfolge, wenn sie eindeutig zu belegen sind und auch dem (vielleicht ja zurecht?) kritischen Blick der Skeptiker standhalten können. Fragen Sie nach konkreten Belegen, bevor Sie Erfolge kommunizieren. Im Notfall müssen Sie Ihren Chef davon abbringen, den Erfolg an die große Glocke zu hängen. Zeigen Sie ihm die möglichen (negativen) Wirkungen bei den Bezugsgruppen auf.

3 Erfolge sind selbst erarbeitet.

Ihr Unternehmen hat im Auslandsgeschäft durch den günstigen Wechselkurs verdient? Das ist erfreulich, aber kein Erfolg, den Sie als Motivation oder Wertschätzung nutzen können. Erfolge sollten nur dann genutzt werden, wenn die eigene Arbeit und Anstrengung und nicht der Zufall sichtbar werden.

Erfolge für die interne Kommunikation nutzen.

Bekommen Sie einen Eindruck, was Erfolge in Ihrer Organisation sein können und ob sie nutzbar sind? Ihnen fallen nur „Moon Shots“ ein? Sie brauchen nicht unbedingt nach den Sternen greifen: Lenken Sie Ihre Gedanken auch auf Erfolge in der „zweiten Reihe“, z. B. auf die niedriger hängenden Früchte oder die kleineren Quick-Wins. Sie sind oft sogar in ihrer Einfachheit charmanter, überzeugender und glaubwürdiger.

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